Auswirkungen des Bauteilzustandes
Die zustandsorientierte Instandhaltung wird kontinuierlich vorangetrieben. In der Branche der Anbieter entsprechender Überwachungssysteme geht man davon aus, dass die meisten Betreiber zur Zeit „nur auf Störungen“ ihrer Systeme reagieren. Und die vorbeugende Instandhaltung soll sich in kaum erwähnenswerten Größen bewegen. Eine drastische Reduktion des Reparaturaufwandes wird den Betreibern jedenfalls zugesichert, wenn sie auf die Zustandsüberwachung ihrer Systeme umsteigen.
Das ist einleuchtend, wenn bei präventiver Instandhaltung der Austausch definierter Bauteile aus Sicherheitsgründen oft zu früh stattgefunden hat: Da wird also der „Verschwendung“ von Ressourcen entgegengetreten. Bei einer rein entstörungsorientierten Instandhaltung werden Bauteile nicht vor deren Funktionsunfähigkeit ausgetauscht. Abgesehen von einem risikoreichen, ungeplanten System-Stillstand wurden solchermaßen ersetzte Bauteile somit wirtschaftlich voll ausgenutzt.
Von einer Verschwendung der Ressourcen kann da nicht gesprochen werden. Aber ein Betreiber kommt natürlich nicht darum herum, das mögliche Risiko für das Gesamtsystem abzuwägen. Es muss einfach definiert sein, welche Folgeschäden ein Bauteil nach sich zieht, wenn es nicht rechtzeitig als kritisch entdeckt wird und sich unkontrolliert verabschiedet. Dass dabei auch Bauteile ermittelt werden, deren Störung „unangenehme“ Auswirkungen haben ohne den Systembetrieb zu beeinträchtigen, steht außer Frage.
Ob der durch zustandsorientierte Instandhaltung verhinderte(!) Reparaturaufwand unabhängig von der Art der technischen Systeme an einem pauschalen Prozentsatz festgemacht werden kann, sei dahingestellt. Doch mit Einsparungen von über 80% wird geworben. Zweifellos ist es aber in jedem Fall vorteilhaft, ein System planmäßig (!) für eine Problembehebung außer Betrieb nehmen zu können. Wobei die Vorbereitungen hierfür „ohne Hektik“ während des Systembetriebes getroffen werden können: Anders der ungeplante Störfall, der bekanntlich meist unter Druck analysiert und behoben werden muss.
Quelle: EUROFORUM Deutschland GmbH; 10. Euroforum-Konferenz für das Instandhaltungsmanagement; Berlin, 09.11.2005
