Methoden in der Instandhaltung
Wie arbeitet die Instandhaltung heute? Derzeit ist eine ganze Palette an Vorgehensweisen verfügbar und im Einsatz. Viele dieser Verfahren und Methoden umfassen das gesamte Unternehmen, also auch die Instandhaltung. Andere sind spezifisch auf die Instandhaltung ausgerichtet.
Der Klassiker ist sicherlich das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) das mit seinem finanziellen Anreiz immer noch eine ergiebige „Know-How-Quelle“ darstellt. Aber erst Benchmarking machte deutlich, wie in anderen Unternehmen Instandhaltung betrieben wird. Und nach der Bekanntschaft mit Lean Management hat sich auch die Instandhaltung auf Wertsteigerung konzentriert. Mit dem Total Quality Management (TQM) wurde der Instandhaltung klar, dass ihre Arbeit eine Qualität haben muss, die an Kunden zu orientieren ist. Und der so genannte kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) erhöhte - und erhöht immer noch - auch die Qualität der Instandhaltungsprozesse in vielen kleinen Schritten.
Die „Balanced Score Card“ (BSC) erlaubt nun, über Kennzahlen operative Maßnahmen zu steuern, um Ziele zu erreichen, natürlich auch Ziele der Instandhaltung. Bei Six Sigma wird in der Prozessanalyse die Fehlerfreiheit groß geschrieben. Und die Fehlermöglichkeits– und Einflussanalyse (FMEA) findet Schwachstellen und hilft Fehler zu vermeiden. Mit Gruppenarbeit und Gruppenprämie hat die gemeinsame Verantwortung und Vorgehensweise für die zu betreuenden Systeme Einzug gehalten: Selbständiges Arbeiten in eigenverantwortlichen Einheiten. Schließlich untersucht die Overall Equipment Effectiveness die tatsächliche Auslastung von Systemen. Und um deren Verfügbarkeit geht es in der Total Productive Maintenance (TPM), während Instandhaltungsplanungssysteme (IPS) technische Systeme strukturieren und überwachen.
Diagnostisch ausgerichtet ist die Schwingungsanalyse und Thermografie. Mit Pareto wird die Konzentration auf das Wesentliche hervorgehoben und mit Top Ten werden beispielsweise die zehn größten Problemfälle angezeigt. Das zukunftsgerichtete Bauteilzustandswissen (ZUWIS) ist auf die voraussichtliche Instandhaltungsbedürftigkeit von Systemen ausgerichtet. Und Feedback to Design sowie Total Cost of Ownership (TCO) wirken auf den Hersteller zurück, um Systeme im Sinne der Betreiber zu verbessern, insbesondere kostengünstiger zu machen.
Quelle: DKIN - Deutsches Komitee Instandhaltung e.V. ; Fachkongress Stand und Perspektiven der Instandhaltung; München, 20.- 21.10. 2005
