Systeme nutzen ohne zu investieren

Klassische Kunden, die sich für Betreiberservice interessieren, müssen umdenken: Es sind keine Investitionen mehr zu tätigen für Systeme, die für ein gewünschtes Nutzungsergebnis normalerweise anzuschaffen sind. Klar ist, dass man als Nutzer technischer Systeme wettbewerbsfähiger wird, wenn dies ohne Investitionen aber auch ohne die vergleichsweise teuren Leasingmodelle über die Bühne geht.

Trotzdem kann ein Betreiberservice auch nur für einen Teilbereich in einem ansonsten investierenden Produktionsbetrieb vorgesehen werden. Betreiberservice wird gerne angenommen, wenn der Nutzer mit einem bestimmten Verfahrens-Know-How nichts zu tun haben will. Nutzer von Betreiberservices sind nur an definierten Ergebnissen interessiert, und nicht an den hierfür erforderlichen Systemen und Technologien. Sie vergüten den Output und nicht die Auswahl oder die Auslegung einer technischen Konzeption, und schon gar nicht deren Aufrechterhaltung. Gegebenenfalls wird jedoch die Gültigkeit des definierten Systems durch den Nutzer überprüft und bestätigt.

Unter Umständen basiert Betreiberservice auch auf der Abstimmung von Kernkompetenzen zwischen Betreiberservice und Nutzer. Und damit hat ein Betreiberservice im Vergleich zu einem regulären Service tiefgründigere Einblicke in ein Unternehmen. Diese enge Beziehung erlaubt einerseits eine schnelle und äußerst kundennahe Systeminnovation; andererseits kann dies dazu führen, dass ein Betreiberservice mit dem Verbot belegt wird, seine Leistungen auch Wettbewerbern des Kunden anzubieten. Das heißt, ein Hersteller, der einen Betreiberservice mit einem bestimmten Kunden eingegangen ist, verliert unter Umständen seine Neutralität und entsprechend sind andere Kunden für ihn vielleicht nicht mehr erreichbar.

Quelle: EUROFORUM Deutschland GmbH; Konferenz für Betreibermodelle im Maschinen- u. Anlagenbau; Frankfurt, 29.09.2006

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