Unaufhaltsames Servicewachstum
Die Meinungen über den Status und die Zukunft von Services beginnen mit der Überzeugung, dass diese in diesem Jahrzehnt an vorderster Front der Industrie stehen werden. Sie enden mit dem desillusionierten Standpunkt, dass wir nicht davon leben können, uns gegenseitig die Haare zu schneiden. Letztere Meinung ist irreführend und ignoriert, dass im Prinzip jede Leistung als Service definiert werden kann. In diese Richtung zeigen auch die Forderungen, die eine verstärkte Dienstleistungsorientierung anmahnen und denen die derzeitige Serviceintensität zu niedrig ist.
Die Verteilung der Bruttowertschöpfung in Deutschland ist eindeutig. Im Jahr 2002 haben Dienstleistungen hierzu 70,1% beigetragen, produzierendes Gewerbe 28,8 % und die Agrarwirtschaft 1,1% , Quelle: Statistisches Bundesamt. Allerdings wird in der ermittelten Bruttowertschöpfung der Hersteller-Service bisher noch nicht separat ausgewiesen: „Einheiten, die Waren reparieren, instandhalten oder überholen, werden mit wenigen Ausnahmen stets derselben Unterklasse zugeordnet wie die Einheiten, die diese Güter herstellen“, so die Stellungnahme des statistischen Bundesamtes. Insofern hat Service an der Bruttowertschöpfung noch einen größeren Anteil.
Service steht auf Wachstumskurs. Das lässt sich auch ablesen am weltweit wachsenden „Stromhunger“: Es gibt mehr Energiebedarf für mehr technische Systeme, die natürlich auch Service benötigen; nicht zuletzt die neuen Kraftwerke selbst. Offenbar wird ein großer Servicebedarf insbesondere in der Automatisierungstechnik erforderlich. Vorausgesetzt es gelingt, die in diversen Bereichen noch dominierende Handarbeit durch automatisierte Systeme zu verdrängen.
Quelle: Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH / EUROFORUM Deutschland GmbH; 4. Handelsblatt Jahrestagung Maschinen- und Anlagenbau; München, 07.- 08.02. 2006
