Im Service-Einsatz
Kunde hat angerufen: „Dringende Störung, sofort kommen“. Gerade eben habe ich einen Einsatz abgeschlossen, - ist denn kein anderer Kollege verfügbar? Nähere Hinweise gibt es natürlich auch nicht. Ich weiss noch nicht mal ungefähr, wie schwerwiegend die Störung ist. Also muss ich wieder mit dem schlimmsten rechnen und freue mich, wenn der Aufwand dann doch nicht so groß ist. Ob die Sache etwas mit dem letzten Einsatz zu tun hat?
Wahrscheinlich wieder so ein Folgefehler in einer ganz anderen Baugruppe. Oder ich muss mich wieder mit so einem sporadischen Problem rumschlagen: Das hab ich am liebsten: Man findet nichts, und jeder hält dich für unfähig. Und wenn du weg bist, kannst du in einer halben Stunde mit dem Kundenanruf rechnen: „Eben war das Problen wieder da.“ So ist das. Dabei sind das meistens Bedienfehler; und die macht der Kunde natürlich nicht, wenn ich ihm zuschaue. Bekommt dieser Kunde eigentlich Entschädigung für Ausfallzeiten? Dann hätte ich ja ganz schlechte Karten. Also, wie gehe ich vor?
Ich werde den Fehler einkreisen: Zunächst werde ich nach Symptomen Ausschau halten, ob etwas ungewöhnlich ist, oder irgendwelche Zusammenhänge gestört sind. Das gibt mir vielleicht Hinweise, auf welcher Systemebene ich suchen muss. Ansonsten muss ich das Feedback der einzelnen Systeme abchecken. Messmittel, Laptop und die kritischsten Ersatzteile hab ich dabei, und wenn es zu komplex ist, muss ich eben unser Expertensystem anzapfen. Also dann: Eigentlich bin ich ja froh, dass ich gleich wieder aus dem Büro rauskomme.
