Industrieversicherungen auf dem Prüfstand
Industrieversicherer müssen sich mit ihren Kunden arrangieren: die künftige Prämienentwicklung wird beeinflusst von einer verstärkten Kostensensibilität bei den Kunden; insbesondere was das Verhältnis zwischen einer transparenten Vergütung und einem transparenten Leistungskatalog betrifft.
Unternehmen stellen Überlegungen an, wie sie künftig mit dem Risikotransfer umgehen sollen. Unverändert gilt es, Risiken zu beherrschen, um Schäden zu minimieren; dabei müssen sich die Versicherer auch den Trends stellen. So gibt es gegebenenfalls wachsenden Bedarf nach Deckung, beispielsweise aus Furcht vor terroristischen Anschlägen; und vielleicht tragen firmeneigene Versicherer über sogenannte "Captives" vermehrt selbst die firmeneigenen Risiken.
Auf einen möglichen Zuwachs an sogenannten "Run-Offs" müssen sich Industrieversicherer ganz besonders einstellen, wobei Unternehmen fusionieren oder insolvent werden: Nach der allgemeinen Definition gelten dann entsprechende Policen nur noch für Fälle, die vor solchen Entscheidungen eingetreten sind; andererseits verlieren Versicherungsunternehmen ihre "alten Kunden".
Insofern machen sich Versicherer Gedanken über ihr Anforderungsprofil, auch im Hinblick auf die Wettbewerbssituation. Der firmenverbundene Vermittler wird jedenfalls prüfen, ob der Kundenwunsch nach reduziertem Versicherungsschutz einfach nur schlechtes Risikomanagement ist; und wird mit neuen Potenzialen, Strukturen und Möglichkeiten dagegenhalten. Mehr zu diesem Themenkomplex auf der 8. Handelsblatt Jahrestagung "Industrieversicherung"; vom 25. bis 26. November 2009, in Köln.
Quelle: EUROFORUM Deutschland GmbH; www.euroforum.de
