Inländischer Produktionsstandort wieder attraktiver
Verlagerungen von deutschen Betrieben in Niedriglohnländer sind rückläufig. Derzeit scheint es für viele Unternehmen wichtiger zu sein, ihre Kapazitäten an ihren inländischen Produktionsstandorten bestmöglich auszulasten; auch Produktionsumfänge von ausländischen Zulieferern werden teilweise wieder zurückgeholt.
Das Hauptmotiv der Verlagerung sind in der Regel die hohen Personalkosten in Deutschland; doch dieses Argument "neutralisiert" sich durch steigende Lohnkosten am ausländischen Standort. Hinzu kommen offenbar Qualitätsprobleme, sowie mangelnde Flexibilität von Produktion und Zulieferernetzwerk.Vor diesem Hintergrund ist die Zahl der Produktionsverlagerungen in den letzten drei Jahren um 40 Prozent zurückgegangen; die Quote der Produktionsverlagerungen im "verarbeitenden Gewerbe" hat mit aktuell neun Prozent den tiefsten Stand seit fünfzehn Jahren erreicht. Dennoch sollen immer noch dreimal mehr Unternehmen ins Ausland gehen als zurückkommen.
Hintergund: Vorgenannte Ergebnisse resultieren aus einer Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des VDI; diese erlaubt erstmals fundierte Einblicke in das Verlagerungsverhalten deutscher Betriebe in Zeiten der Wirtschaftskrise. Befragt wurden knapp 1.500 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.
Quelle: Verein Deutscher Ingenieure; www.vdi.de
