Eskalationsmanagement mit erschreckender Schadensbilanz

Werden Serviceprozesse ignoriert oder gerät ein technisches System aus anderen Gründen außer Kontrolle, gelten die Regeln des Eskalationsmanagements. Und diese müssen vordefiniert und sofort umsetzbar sein. Es ist auch wenig hilfreich, wenn vorgesehene Maßnahmen noch nicht erprobt sind und sich im Ernstfall als Flopp erweisen.

Die gute Nachricht ist, dass das "Ölloch von BP" irgendwann nichts mehr hergibt. Die schlechte Nachricht: Das entsprechende Eskalationsmanagement präsentiert eine erschreckende Schadensbilanz. Die Geschehnisse erinnern fatal an den von J. W. von Goethe so genial vorgeführten Zauberlehrling; der die Abwesenheit seines Meisters schamlos ausnutzt und Wasserfluten provoziert, die er dann nicht mehr stoppen kann.

BP setzt als Zauberlehrling noch eins drauf und kämpft mit einer unaufhaltsamen Ölflut, die sich ins Meer ergießt. Wie sehr sich BP nun wünschen sollte, dass "ein Meister" diesem Desaster Einhalt gebietet: Dieser Meister existiert offenbar nicht. Und so sucht der Zauberlehrling vergeblich nach der erlösenden Formel; unternimmt hilflose Rettungsversuche; und bedauert die Not, in die er geraten ist.

Konkret: Der Betreiber einer Anlage mit hohem Gefahrenpotenzial hat zweifelsfrei dafür zu sorgen, dass Risiken und mögliche Folgeschäden minimiert sind. Entsprechend sind kritische Systemzustände einer solchen Anlage kontinuierlich zu überwachen. Bei Überschreitung definierter Grenzwerte sind unmittelbar Serviceprozesse auszulösen, die den Sollzustand wieder herstellen.

Die EU ist sich dieser Problematik bewusst und hat die Verschärfte Meldepflicht für gefährliche Produkte eingeführt; und der Verein Deutscher Ingenieure fordert: Ingenieure sollen Technikrisiken minimieren.

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